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SCREEN-DESIGN: WEB-TYPOGRAFIE
Was versteht man unter "guter Lesbarkeit" ?
Lesbarkeit ist die Geschwindigkeit, mit der ein Leser Inhalte aufnimmt ohne dabei zu ermüden. Das Lesen von gedruckten Texten fällt uns dabei viel leichter als im Netz. Die Typografie hat im im Printbereich eine lange Tradition, im Onlinebereich dagegen nicht. Hier haben Textdesigner noch mit vielen technischen Hürden zu kämpfen: die geringe Auflösung des Monitor, mangelnde Qualität der Bildschirme, usw.
Wie verbessern Sie die Lesbarkeit von Texten für den Bildschirm ?
Wahl und Zahl Ihrer Schriften
Wählen Sie für den Fließtext eine Schriftart, die auf dem Bildschirm gut lesbar [ Beispiel 'Verdana', 'Georgia'‚ Tahoma': Fonts, die eigens für das Pixelraster des Bildschirms optimiert wurden ] und auf den meisten PCs als Systemschrift installiert ist. Setzen Sie zwei, maximal drei unterschiedliche Schriftarten für Ihre Publikation ein.
Die richtige Schriftmischung
Stark unterschiedliche Schrifttypen können gemischt werden. Das macht die Text-Gestaltung kontrastreicher, fängt den Blick des Betrachters und lässt eine optische Gliederung zu. Sehen Sie davon ab, Fonts mit ähnlichen Schriftcharakteristika zu mischen [ z.B. zwei Serifenschriften
oder zwei Grotesken ]. Benutzen Sie etwa eine Serifenschrift für Überschriften und eine serifenlose für den Fließtext. Innerhalb einer Schriftfamilie erzeugen Sie Kontrast, indem Sie verschiedene Schnitte einsetzen [ fett, kursiv ] und die Schriftgröße variieren. Die Größen-unterschiede sollten offensichtlich sein, damit es gewollt aussieht.
Was ist der Grauwert ?
Weißer Hintergrund in Verbindung mit schwarzem Text bestimmt den Grauwert einer Seite. Eine
feine Schrift vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit und eignet sich gut für längere Textpassagen. Eine fette Schrift oder ein fetter Schriftschnitt [ größere Schriftstärke ] wirkt selbstbewusster und bestimmender, also optimal für Headlines und Auszeichnungen. Der Grauwert einer Seite wird beeinflusst durch den Buchstabenabstand [ Laufweite, Spationierung ] und den Zeilenabstand [ Durchschuss ].
Strichstärke
Achten Sie bei der Wahl Ihrer Schrift auf die Strichstärke. Sie sollte sich gegen die Strahlkraft
der Lichtfarben behaupten können, zugleich aber nicht verklumpen. Eine mittlere Strichstärke ist ideal.
Schriftgröße
Passen Sie den Schriftgrad den Bedürfnissen Ihrer Leser an [ Allgemeine Regel : Überschriften ab 14 Punkt, Fließtext zwischen 10 und 12 Punkt, Fußnoten in 'Konsultationsgröße' von 6-9 Punkt ].
Zeilenlänge
Verkürzen Sie Zeilen, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Im Web sollten Zeilen 40 bis maximal 60 Zeichen nicht überschreiten [ für den Printbereich gelten etwa 60 - 80 Zeichen pro Zeile ],
wobei die ideale Zeilenbreite für schnelles Lesen bei 35 bis 45 Anschlägen pro Zeile liegt.
Laufweite
Je kleiner eine Schrift abgebildet wird, umso größer sollte die Laufweite sein. Auf diese Weise bleibt jedes Zeichen eindeutig erkennbar ohne mit den anderen zu verschmelzen. Vermeiden Sie Huren-kinder und Schusterjungen [ ‘Hurenkind' ist ein alleinstehendes Wort oder Teil eines Wortes am Ende eines Absatzes; ein ‘Schusterjunge' ist ein einzelnes Wort oder Teil einer Zeile, das am Beginn einer neuen Seite oder Spalte endet ].
Zeilenabstand und Absatzformatierung
Text wird schneller aufgenommen, wenn der Zeilenabstand in einem Verhältnis von etwa
120 Prozent zur Schriftgröße steht [ Beispiel : 120 % einer 10-Punkt Schrift bedeuten einen
12-Punkt-Zeilenabstand ]. Eine klassische Erscheinung erlaubt einen Einzug der ersten Zeile jedes Abschnitts [ außer dem ersten Abschnitt ] als Mittel zur Gliederung. Freier Raum zwischen Abschnitten macht den Text moderner. Fügen Sie vor/nach Abschnitten eine halbe Zeile ein.
Textausrichtung
Linksbündiger Satz [Flattersatz]
Ein bündiger Zeilenbeginn links und eine
“flatternde” Textkante rechts wird als die beste Wahl für Fließtext gesehen, weil es ohne großen Arbeitsaufwand am besten zu lesen ist.
Rechtsbündiger Satz
Ein bündiger Zeilenbeginn rechts und eine
“flatternde” Textkante links erschwert dem Auge das Lesen, weil jeder neue Zeilenbeginn erst "gesucht" werden muss. Ist nützlich, wenn Text an Grafiken angepasst wird [ z.B. Ausrichtung einer Bildbeschreibung an der linken Bildkante ].
Zentrierte Ausrichtung
Diese Ausrichtung empfiehlt sich für geringe Textmengen wie Ankündigungen. Sie verleiht dem Text einen offiziellen Charakter und Formalität.
Blocksatz
Text, der nach beiden Seiten bündig verläuft, wirkt geordnet und aufgeräumt. Allerdings entstehen beim Blocksatz unschöne Löcher im text [“Krater”], da manche Zeilen unnatürlich in die Länge gezogen werden. Das bremst den Lesefluß. Bei kurzen Zeilen und großer Schrift sollten Sie auf Blocksatz verzichten.
Was tun mit viel Text im Netz ?
Lange Texte haben im Netz nichts verloren [ > webtext ]. Was sich nicht kürzen lässt, sollten Sie als PDF-Dokument bereit stellen. So kann der Benutzer sich die Texte unkompliziert ausdrucken.
Z U S A M M E N G E F A S S T
Für gut lesbaren Text auf dem Bildschirm spezielle Bildschirmschriftarten wie Verdana oder Georgia einsetzen. Schriften grundsätzlich ein bis zwei Punkt größer darstellen als im Druck, Serifenschriften unter 16 pt möglichst vermeiden. Auf Kursiv- und Negativsatz [ helle Schrift auf dunklem Grund ] bei Mengentext verzichten. In einer Zeile höchstens 40 bis 60 Zeichen unterbringen und linksbündig ausrichten.
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